Aus dem Gemeinderat | 26.10.2026
Gemeinderat vergibt ersten Bauabschnitt über 890 Meter
Die Gemeinde Kirchheim geht das Thema Kanalsanierung an. Von November 2019 bis April 2022 gab es bereits in zwei Abschnitten eine umfassende Kanalbefahrung im Gemeindegebiet. Ergebnis: In bestimmten Bereichen des Netzes sind Sanierungsmaßnahmen erforderlich, um Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit dauerhaft sicherzustellen. Der Gemeinderat hat nun die Arbeiten für die dringendsten Arbeiten einstimmig vergeben.
Fünf Zustandsklassen
25,3 Kilometer Kanäle mit 809 Haltungen wurden im Rahmen der Befahrung untersucht, wie Diplomingenieur Roland Löbel den Ratsmitgliedern aufschlüsselte. Diese wurden in fünf verschiedene Zustandsklassen eingeordnet. „Aufgrund zeitlicher Vorgaben ist der erste Sanierungsabschnitt für 2026/27 vorgesehen“, erläuterte er. Dieser umfasst über 890 Meter und 18 Haltungen. In den nächsten Jahren erfolgen dann nach und nach weitere Abschnitte. Saniert werden soll im sogenannten Schlauchlinerverfahren. Dabei wird quasi ein Schlauch per Druckluft in die vorhandenen Rohre eingebracht und anschließend mit UV-Licht ausgehärtet. Das geht deutlich schneller als mit der weiteren Härtungsmöglichkeit durch warmes Wasser. „Dadurch erhalten Sie quasi ein Rohr im Rohr.“
Rohr-im-Rohr-Verfahren
Auf Nachfrage von Andreas Munz (WGK) macht Roland Löbel deutlich, dass das fast so gut wie ein neues Rohr ist. „Aktuell gehen wir von einem Abschreibungszeitraum von 50 Jahren aus, die ersten – noch in der alten Technik – erreichen aber bereits 80 Jahre.“ Bei der beschränkten Ausschreibung hatten vier Firmen ihr Angebot abgegeben. Das wirtschaftlichste kam von der Firma Quabus mit Hauptsitz in Österreich und weiteren Niederlassungen unter anderem in Freising in Höhe von 268.638 Euro brutto. Die Kostenschätzung lag fast 80.000 Euro höher. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.