Aus dem Gemeinderat | 26.10.2026
Mit neuen Angeboten und weiteren Veranstaltungen soll die kommunale Einrichtung noch mehr zum Ort der Begegnung werden
Die Bücherei in der Storchenkelter feiert heuer ihr 20-jähriges Bestehen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung gab Melanie Liegl, Leiterin des Fachamts Bildung und Erziehung, für die verhinderte Büchereileiterin Sandra Giebeler den Jahresbericht für 2025 ab. Dieser zeigte durchweg eine positive Entwicklung, wenn auch einige krankheitsbedingte Schwierigkeiten deutlich wurden. So verzeichnete die Bücherei zum Ende des Jahres 701 aktive Nutzer. 260 davon sind Kinder bis elf Jahre, 93 sind älter als 60 Jahre. Im Laufe des Jahres kamen 156 neue Nutzer dazu, so viele wie in keinem anderen der vergangenen zehn Jahre. Im Schnitt besuchen 61 Personen einen Öffnungstag, 2024 waren es noch 56. Der stärkste Tag ist der Dienstag, wenn auch die Veranstaltungen zur Leseförderung stattfinden. Der schwächste der Mittwoch, was an den untypischen Öffnungszeiten von 10 bis 12 Uhr liegen könnte.
Besucherzahlen sind gestiegen
Die Entleihungen sind nur scheinbar von über 46.000 auf unter 40.000 gesunken. Das liegt daran, dass die Zahlen für die Medien, die im Laufe des Jahres aussortiert wurden, zum Zeitpunkt der Erstellung der Statistik nicht mehr verfügbar waren. Die Besucherzahlen sind nämlich angestiegen, Veranstaltungen bei der Manga Day oder der Gratis Kids Comic Tag erfreuten sich großer Beliebtheit. In diesem Bereich konnte aus Personalmangel allerdings nicht alles so umgesetzt werden wie geplant.
Kinder- und Jugendliteratur am beliebtesten
Bei den Entleihungen überwiegen die physischen Medien wie Bücher immer noch deutlich digitale Medien oder Dinge wie etwa Tonie-Figuren. Die Kinder- und Jugendliteratur ist und bleibt mit gut 17.000 Entleihungen die stärkste Sparte. Die Onleihe zieht aber auch wieder an. Zwar haben diese nur 142 Menschen genutzt, aber diese generierten ganze 11.122 Entleihungen, immerhin 28 Prozent aller Entleihungen und ein Plus von 15 Prozent. Das Portal filmfriend nutzen nur fünf Prozent der Leute, die dafür aber immer häufiger. Das Portal Overdrive wurde jetzt mangels Nachfrage auf Ende September gekündigt.
Auch Gesellschaftsspiele sind im Angebot
Und dann gibt es da ja noch die Non-prints, allen voran die Tonie-Figuren. Die 300 vorhandenen wurden über 3.500 Mal ausgeliehen, jede im Schnitt zwölfmal. Die Edurino-Figuren sind mit im Schnitt elf Entleihungen pro Figur ähnlich beliebt. 87 Gesellschaftsspiele befinden sich im Bestand der Bücherei, die 523 Mal ausgeliehen wurden und die 25 neuen Spiele für die Nintendo Switch wurden nach ihrer Anschaffung in den Sommerferien auch schon 62 Mal ausgeliehen. Eine Steigerung von 66 Prozent erfuhr die Bibliothek der Dinge: eReader, tiptoi- und Edurino-Stifte, Tonie- und tigerboxen wurden 260 Mal entliehen.
Öffentliche Lesungen geplant
Im Jahr 2025 fanden insgesamt 106 Veranstaltungen mit knapp 1400 Besuchern statt, darunter Einmaliges wie die Lesenacht oder der Flohmarkt, aber auch Regelmäßiges wie Führungen, Lesungen, Spieleabende oder Kamishibai-Erzähltheater. Der Fokus liegt hier vor allem auf den Kindern, es besteht jedoch definitiv Bedarf für andere Nutzergruppen. Künftig sind daher auch wieder Lesungen für die Öffentlichkeit geplant, immer abhängig davon, was die vier Haupt- und elf Ehrenamtlichen stemmen können. Generell nimmt der Anteil an Kindern und Jugendlichen immer weiter zu, diese sollten also im Fokus stehen. „Frau Giebeler berichtet, dass man merkt, dass Kinder, die von klein auf zur Bücherei gehen, jetzt auch als Jugendliche dabeibleiben, da wachse eine neue Generation heran“, erklärte Melanie Liegl.
Umbau des Kinderbereichs
Der bereits auf 2026 verschobene Umbau des Kinderbereichs im Erdgeschoss soll nun endgültig im kommenden Jahr angegangen werden. In diesem Zusammenhang könnten dort auch eine Kaffeemaschine und Sitzmöglichkeiten Platz finden, um die Bücherei noch mehr zu einem Dritten Ort, einem Ort der Begegnung auszubauen. „Es gibt auch die Idee, verschiedene kommunale Angebote dort zusammenzufassen“, erklärt Bürgermeister Uwe Seibold. Da könne man sich auf einen spannenden Weg machen.