Aus dem Gemeinderat | 02.02.2026
Gemeinderat vergibt Aufträge für Hackschnitzelanlage und Wärmespeicher – Planungssicherheit wird geschaffen
Mit zwei richtungsweisenden Beschlüssen hat der Kirchheimer Gemeinderat die Weichen für die öffentliche Nahwärmeversorgung in der Gemeinde gestellt. Einstimmig folgte das Ratsgremium der Empfehlung des Ingenieurbüros IBS Ingenieursgesellschaft mbH und vergab den Auftrag für die Lieferung und Aufstellung eines Wärmespeichers mit 200 Kubikmetern Füllinhalt für die geplante Heizzentrale im Gewerbegebiet. Der Auftrag geht an die Firma Alois Müller GmbH zum Angebotspreis von 328.900 Euro brutto.
Förderantrag
Da bereits am 13. März 2026 Abgabeschluss für den Förderantrag ist, vergaben die Gemeinderäte ebenfalls einstimmig im selben Atemzug den Auftrag für die Hackschnitzelheizung der Wärmezentrale. Für die Angebotssumme von 982.243 Euro erhält den Auftrag die Firma AGRO Forst- und Energietechnik GmbH aus Österreich. „Der Wärmespeicher dient dem Ausgleich von Lastschwankungen beim Betrieb des Nahwärmenetzes und zur Laufzeitoptimierung der Wärmeerzeuger“, erläuterte IBS-Ingenieur Jens Greter. Auch mit dem Hersteller der Hackschnitzelheizung habe IBS sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Heizanlage könne Heckengrünschnitt und Straßenbegleitgrün mit einem Wassergehalt von bis zu 60 Prozent verarbeiten. Daher sei auch eine Rauchgaskompensation integriert.
Der 17 Meter hohe Wärmespeicher werde verkleidet und füge sich dadurch optisch in das Gewerbegebiet gut ein, zerstreute Greter die Bedenken von Gemeinderat Andrea Munz. Die Ausschreibung müsse sehr zeitnah in der Kalenderwoche 6 erfolgen, da die Firmen noch für den Förderantrag Rechnungen schreiben müssten. „Wir erwarten eine Fördersumme in Höhe von 40 Prozent“, erläuterte Jens Greter. Die ferngesteuerte Anlage werde von der Süwag Energie AG betrieben.
Kommunale Wärmeplanung
Mit der Auftragsvergabe für die Entwicklung eines kommunalen Wärmeplans an das Ingenieurbüro IBS Ingenieursgesellschaft für 26.775 Euro macht sich die Gemeinde auf den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Der kommunale Wärmeplan soll Gemeinden als langfristiger Handlungsleitfaden für die öffentliche Wärmeversorgung dienen. Außerdem soll er Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümern sowie lokalen Akteuren bei individuellen Investitionsentscheidungen helfen.
Seit 2020 fördert das Umweltministerium Gemeinden bei ihrer freiwilligen Wärmeplanung. In einem ersten Schritt erfolgt für das gesamte Gemeindegebiet eine Bestandsanalyse mit einer systematischen und qualifizierten Erhebung des aktuellen Wärmeverbrauchs und des zukünftigen Wärmebedarfs sowie der aktuellen Energieversorgung. Diese Analyse bildet die Grundlage für die Ermittlung von Bedarfsschwerpunkten, Einsparpotenzialen und Umsetzungsstrategien.
Lokale Verankerung
Ziel ist es, den Prozess der Wärmewende langfristig lokal und regional zu verankern. Es wird eine Umsetzungsstrategie mit Maßnahmenkatalog, Prioritäten und Zeitplan für den Weg in eine klimaneutrale Wärmeversorgung erstellt. Die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung werden in einem Fachgutachten dokumentiert sowie die angewandten Methoden und Vorgehensweisen beschrieben.
Richtlinie für Bürger
„Wir in Kirchheim haben Glück und Zeit, um bis zum 30. Juni 2028 unseren kommunalen Wärmeplan mit Richtlinie für unsere Bürger zu erstellen“, erläuterte Alicia Frank von der Verwaltung. „Für mich stellt sich die Frage nach Übergangslösungen“, meinte Gemeinderat Stephan Hennig. „Es gibt mobile Heizsysteme, mit denen im Bedarfsfall Haushalte versorgt werden können“, erläuterte Bürgermeister Uwe Seibold. „Wo ist der Benefit für die Gemeinde bei dieser Planung?“, wollte Andreas Munz wissen. „Wir steigen in die gesetzlichen Vorgaben über den Weg ein, den wir bereits eingeschlagen haben“, lautete die Antwort des Bürgermeisters. Für die Kommune sei die pauschale Förderung höher als die tatsächlichen Planungskosten, da man bereits den Prozess begonnen habe. Für Hausbesitzer bedeute die Wärmeplanung mehr Sicherheit für ihre Investitionen.