Am Dienstag, 16. Dezember 2025 fand am Bahnhofsareal beim ehemaligen CRONIMET-Gelände der symbolische Spatenstich statt.
Erster Schritt für die Neugestaltung des Bahnhofareals: Bürgermeister Uwe Seibold hat gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Tobias Vogt (CDU), Tayfun Tok (Grüne), den Planern Ruprecht Neulinger (Zoll-Architekten), Volker Martin (Ingenieurbüro Ippich), Alexander Meid (Landratsamt Ludwigsburg) und Investor Samet Cihanoglu den ersten Bauabschnitt gestartet. „Was heute hier nach jahrelanger und sehr intensiver planerischer Vorarbeit nun auch in der Realität auf den Weg gebracht wird, ist nicht mehr und nicht weniger als die größte Neuordnung eines bestehenden Geländes hin zu einem neuen Quartier, die die Gemeinde Kirchheim jemals auf den Weg gebracht hat“, betonte Uwe Seibold.
Großes Gelände wird umgestaltet
Zwei Zahlen verdeutlichen die Dimensionen: Auf einer Länge von fast 450 Metern entlang der Bahnhofstraße und auf einer Fläche von knapp 20.000 Quadratmetern werden das Bahnhofsareal, das Gelände rund um die alte Post und vor allem das ehemalige CRONIMET-Gelände komplett umgestaltet und aufgewertet. Dort, wo einst der Güterumschlag war, Metall-Recycling vorgenommen wurde oder einfach auch nur Leerstand vorhanden war, werde neues Leben und neue Funktionen Einzug halten, so der Bürgermeister.
Uwe Seibold würdigte das Projekt von Investor A. Samet Cihanoglu. Er habe beim ehemaligen Postgebäude und den angrenzenden Grundstücken mit dem Konzept, mit dem er bei einem Investorenwettbewerb überzeugt habe, bereits die ersten Abbrucharbeiten auf den Weg gebracht. Auch dieses Projekt sei ein wesentlicher Baustein, um den gesamten Bereich entlang der Bahnhofstraße aufzuwerten und zu neuem Leben zu erwecken.
Neuer Busbahnhof entsteht
Drei Maßnahmen werden, sozusagen als Herzstücke, im Mittelpunkt stehen: Der Bau eines neuen Busbahnhofes, der selbstverständlich barrierefrei die Busverkehre am Kirchheimer Bahnhof erleichtert und aufwertet sowie gleichzeitig das angrenzende Wohngebiet entlastet, da die Busse nicht im Wohnbereich wenden müssen. Auf Wunsch des Landkreises und des VVS werden Bushaltestellen gebaut, weil in Kirchheim die Verknüpfungen von Bus und Bahn intensiviert werden sollen. Künftig werde sich auch der Shuttle-Bus zum Freizeitpark Tripsdrill vom neuen Busbahnhof auf den Weg machen.
„Zweites Highlight: Das neue Fahrradparkhaus mit rund 200 Stellplätzen für Fahrräder aller Art“, hob der Rathauschef hervor. Direkt am Bahnsteig gelegen biete dieses Parkhaus, das in Holzbauweise entstehen wird, die ideale Möglichkeit, direkt vom Rad auf den Zug umzusteigen. „Der dritte Baustein ist die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes und der Bahnhofstraße im Bereich zwischen dem neuen Post-Quartier und dem südlichen Ende des ersten Bauabschnittes“, erklärte der Bürgermeister.
Bahnhofstraße aufwerten
Ziel sei es, die Bahnhofstraße für Fußgänger und Radfahrer, für die Kundinnen und Kunden des ÖPNV aufzuwerten. Gleichzeitig und ganz bewusst werde der Durchgangsverkehr erschwert, um die Bahnhofstraße und die Schillerstraße als innerörtliche Umgehung für die völlig überlastete Bundesstraße unattraktiv zu machen. „Rund vier Millionen Euro werden in diese Baumaßnahme fließen, knapp die Hälfte davon als Förderungen aus dem Landesgemeindeverkehrs-finanzierungsgesetz für das Fahrradparkhaus und die Bushaltestellen, sowie ein nicht unerheblicher Teil aus Mitteln der Städtebauförderung“, gab Seibold bekannt. Es würden aber auch Erlöse aus dem Verkauf von Grundstücken zur Finanzierung des Projekts herangezogen. Es bestehe die Hoffnung, dass zu guter Letzt unter dem Strich bei idealem Verlauf nur wenige Hunderttausend Euro bei der Gemeinde selbst „hängen“ bleiben. Auch deshalb, weil Verkaufserlöse von Grundstücken zu erwarten sind, die aus dem zweiten Bauabschnitt mit Wohn- und Mischbebauung stammen.
Projekt für mehrere Jahre
Die komplette Neuentwicklung des Quartiers ist keine kurzfristige Baumaßnahme, sondern wird sich bei realistischer Betrachtung über fünf bis acht Jahre hinziehen. Der erste Bauabschnitt solle in etwa einem Jahr fertiggestellt sein. Erhalten bleiben soll das ehemalige Cronimet-Verwaltungsgebäude. Der frühere Güterschuppen bleibt Teil des Bahnhofensembles. Überlegt werde, das Gebäude öffentlich zu nutzen, vielleicht in Kooperation mit Kirchheimer Vereinen.
„Ein Spatenstich ist für die Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde meist eine gute Gelegenheit zu sehen, dass sich in ihrer Gemeinde etwas tut“, eröffnete Planer Ruprecht Neulinger seine ergänzenden Ausführungen. Ein wesentlicher Durchbruch für eine gesamtkonzeptionelle Entwicklung des Bahnhofareals habe sich mit der Chance ergeben, das ehemalige Cronimet-Areal zu erwerben. In die planerischen Überlegungen habe man auch die Entwicklung des ehemaligen Postareals westlich der Bahnhofstraße integrieren können.
Radweg war Herausforderung
„Eine große planerische Herausforderung stellte für uns die gesicherte Führung des Radverkehrs durch die Verkehrsanlage dar“, erläuterte Planer Neulinger. Ergebnis sei nach Abwägung der Vor- und Nachteile eine optimierte Entwurfsplanung. „Ende 2024 gelang kurzfristig eine Umplanung der Bushaltepunkte mit nur zwei Haltestellen zu einem echten Busbahnhof mit vier unabhängig voneinander anfahrbaren Haltepunkten und einer zusätzlichen Warteposition“, schilderte Neulinger die Antwort auf kurzfristige Anforderungen des Landratsamts und des Verkehrsverbundes Stuttgart. Ein echter „Leuchtturm“ werde das architektonisch hochwertig gestaltete Fahrradparkhaus, das der Verkehrsanlage einen besonderen Akzent verleihen werde.
Erster Bauabschnitt bis Oktober geplant
Ruprecht Neulinger schilderte den zeitlichen Projektverlauf von der städtebaulichen Konzeption im Juni 2021 bis zum Beginn der ersten Bauarbeiten (Abbrucharbeiten auf dem Cronimet-Areal) am 4. Dezember 2025. „Es ist geplant, den ersten Bauabschnitt bis Ende Oktober fertigzustellen“, erläuterte der Architekt. In seinen Dank schloss der Planer Bürgermeister, Verwaltung, die beteiligten Planungsfirmen sowie die mit den Arbeiten beauftragte Baufirma Lukas Gläser aus Stuttgart ein. „Für Kirchheim ergibt sich durch dieses Großprojekt die einzigartige Chance das Ortsbild am Ortseingang ganz neu positiv zu gestalten“, betonte MdL- und CDU-Gemeinderat Tobias Vogt. „Mich freut es sehr, dass das Bahnhofsareal durch dieses Projekt aufgewertet wird und dass der Umstieg vom Fahrrad zum ÖPNV ganz erheblich erleichtert wird“, betonte MdL Tayfun Tok (Grüne).