Interkommunaler Vollzugsdienst klappt gut

Seit rund einem Jahr arbeitet Kirchheim beim Gemeindevollzugsdienst mit der Stadt Bönnigheim und der Gemeinde Erligheim zusammen. Einem gemeinsamen Pool-Konzept dafür hatte der Gemeinderat schon im Mai 2019 zugestimmt. Mit Senat Mehmedovic wurde am Anfang April 2020 die erste Stelle für den gemeinsamen Vollzugsdienst besetzt. Kurze Zeit danach schloss sich auch noch die Gemeinde Gemmrigheim der Kooperation an. Deshalb ist nun seit dem vergangenen September auch Michael Creter beim gemeinsamen Vollzugsdienst beschäftigt.

Mehmedovic und Creter können jeweils beide eine berufliche Qualifikation im betreffenden Bereich vorweisen und haben bereits einige Erfahrungen auf ihrem Gebiet in Heilbronn gesammelt. Für den gemeinsamen Vollzugsdienst hatte die Gemeinde Kirchheim Ende 2019 sogar ein elektrobetriebenes Dienstfahrzeug der Marke Renault vom Typ Zoe angeschafft. Laut Bürgermeister Uwe Seibold sind Mehmedovic und Creter neben Kirchheim schwerpunktmäßig in Erligheim und Gemmrigheim im Einsatz. Sie teilen sich ihren Dienst in diesen beiden Kommunen auf. In Bönnigheim gab es nach Auskunft von Mehmedovic bislang keine Einsätze.

Im Gemeinderat gaben Mehmedovic und Creter nun ihren ersten Sachstandsbericht ab. Laut Mehmedovic erstreckt sich die Tätigkeit der beiden Vollzugsdienst-Mitarbeiter unter anderem auf die Verkehrsüberwachung, den Umweltschutz, den Jugendschutz und den Feldschutz. Mehmedovic und Creter führen aber auch Schulwegkontrollen durch und erfassen auf elektronischem Wege Ordnungswidrigkeiten. Sie bearbeiten Anzeigen und setzen sich mit Einsprüchen sowie Beschwerden auseinander. Im letzten Jahr sprachen sie insgesamt 408 gebührenpflichtige Verwarnungen aus, beantworteten 20 Halteranfragen bei Verkehrsverstößen und bearbeiteten 104 schriftliche sowie rund 350 telefonische Beschwerden diverser Art.

Creter berichtete im Gemeinderat von einigen Einsätzen. Einmal habe man jemanden bei der Entsorgung von Altreifen „auf frischer Tat ertappt“. In anderen Fällen hätten sich Mehmedovic und er mit einer Beschwerde über eine Bio-Tonne voller Maden sowie eine unerlaubt ausgehobene Baugrube auseinandergesetzt, so Creter. Mehmedovic und Creter kontrollierten in Gaststätten die Spielautomaten, führten Baustellenkontrollen durch und ermittelten Personen für eigene oder fremde Behörden. Und natürlich mussten sie sich auch in vielen Fällen darum kümmern, dass die Corona-Regeln oder Quarantäne-Bestimmungen eingehalten werden.

Seibold und die anderen Ratsmitglieder zeigten sich im Rat außerordentlich erfreut über das Engagement von Mehmedovic und Creter. Immanuel Schmutz fragte nach, ob auch Fällen von Müllentsorgung im Wald nachgegangen werde. Es müsse nicht immer gleich mit einer Strafe gedroht werden, gab Creter daraufhin zur Antwort. Oft genüge es auch erstmal, mit den Beschuldigten ein Gespräch zu führen. Hubert Deisinger lobte das „Fingerspitzengefühl“ der Vollzugsdienst-Mitarbeiter und Stephan Hennig den „verantwortungsvollen Job“ den beide machten. Denis Doms beschwerte sich über den herumliegenden Hundekot im Ort und Iris Ley bat Mehmedovic und Creter schließlich darauf zu achten, dass Grundstückseigentümer im Sinne des Artenschutzes keine Schottergärten anlegen.