Mauritiuskirche

An Sonn- und kirchlichen Feiertagen ist um 10 Uhr Gottesdienst in der Mauritiuskirche. Der Kindergottesdienst findet um dieselbe Zeit im Gemeindehaus (Walheimer Straße 12/1) statt.

Mauritius: Der Hauptmann des römischen Heeres stammte aus Afrika und war Christ. Er verweigerte den Befehl, mit seiner Legion gegen andere Christen in der heutigen Schweiz vorzugehen. So musste er der Legende nach im Jahr 305 auf Geheiß des Kaisers selbst den Märtyrertod sterben. Die Verehrung des Mauritius breitete sich unter den Franken im achten und neunten Jahrhundert in unserer Gegend aus. In dieser Zeit (um 750) dürften auch die Anfänge der Kirchheimer Maurituskirche liegen. 

Quadratisch: Das ist der erste Eindruck, den die Kirche erweckt. Eine romanische Kirche liegt ihr zugrunde, schmäler als die heutige, mit einem nach Osten ausgerichteten Chor, auf welchem der Turm aufsitzt. Wer das Hauptportal und den Chor als Mittelachse des Vorgängerbaus annimmt, vermag die alte Bauform zu erahnen. 1099 wurde diese Kirche dem Bistum Worms übergeben. Im 16. Jahrhundert erhielt die Kirche durch Umbauten ihre quadratische Form und eine Empore. Beide prägen heute den Innenraum.

Jesus Christus: In verschiedener Gestalt tritt er der Gemeinde entgegen. Zu den ältesten Bestandteilen der Kirche zählt das Kruzifix, das in seiner Art wohl in das 13. oder 14. Jahrhundert gehört. Es beeindruckt durch die Erschöpfung und die Mühsal in den Gesichtszügen Christi. Den Erschöpften und Mühseligen wendet sich Christus als der gute Hirte im Hauptfenster des Westgiebels zu: Er trägt ein Schaf auf den Schultern und sein trostreicher Blick trifft den Betrachter. Wer die Emporentreppe hinaufsteigt, erkennt in einem Glasmedaillon Christus jetzt selbst als Lamm mit einer Siegesfahne: „Das Lamm (”¦) wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers.“ (Offb 7,17) Und auf der Empore dann, auf dem Rückpositiv der Orgel, erhebt der Auferstandene den Kreuzstab und segnet die unter ihm sitzende Gemeinde. Zwei weitere Fenster ergänzen die Geschichte nach Christi Himmelfahrt: Hinter dem Altar erzählt ein Fenster die Pfingstgeschichte: Christi Geist ergießt sich in kräftigem Blau, Rot und Gelb aus dem Zentrum im oberen Teil über das gesamte Fenster in die Kirche hinein. Und im Chorraum zeigt das Ostfenster zwei der Autoren des Neuen Testamentes: Johannes und Paulus.

Orgelton: Die Maritiuskirche beheimatet zwei Orgeln. Die mechanische Hauptorgel auf der Empore wurde von Richard Rensch im Jahr 1967 erbaut. Ihre Vorgänger stammen aus den Jahren 1687, 1756 und 1907. Seit 1985 erweitert die Chororgel von Horst Kenter die musikalische Vielfalt der Kirche. Sie erklingt vor allem im Rahmen von Andachten, Kasualien und kirchenmusikalischen Einsätzen im Chor- und Altarraum.

Glockenklang: Der Gang auf den Turm, welchen man 1612 auf den romanischen Grundteil setzte, lohnt sich nicht nur des schönen Blickes über Kirchheim wegen. Der Turm trägt auch vier Glocken mit einem Gesamtgewicht von fast drei Tonnen. „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ - den Anfang dieses Chorals ergibt das volle Geläut (d”™ fis”™ a”™ h”™). Die große d”™-Glocke von 1950 begleitet das Vaterunser mit ihrem Klang. Die fis”™-Glocke wurde im Jahr 1596 gegossen und 1801 umgegossen. Die a”™-Glocke von 1950 erinnert jeden Tag um 15 Uhr an den Tod Christi. Und die kleinste ist auch die jüngste: Die Taufglocke von 1982.

Text: Götz Schwarzkopf und Albrecht Conrad

Ansprechpartner

  • Pfarrer Dirk Kubitscheck
  • Kirchgasse 3
  • 74366 Kirchheim am Neckar